Corona-Krise: «Dank der Soforthilfe konnte ich meinen Kühlschrank füllen»

30.11.2020
Die Corona-Krise stürzt zahlreiche Menschen, die bereits vorher am Existenzminimum lebten, in eine akute Notsituation. Sie wissen nicht, wie sie ihre Miete oder offene Rechnungen bezahlen sollen. Die Caritas Luzern leistet rasch und unkompliziert Hilfe. Doch langfristig sind andere Massnahmen nötig.
«Ich hatte kein Geld mehr für Lebensmittel. Auch die Krankenkassenprämie und die Miete konnte ich nicht mehr bezahlen. Ich wusste nicht, wie ich meine Familie weiter über Wasser halten sollte», erzählt Susanne Moser* bedrückt. Vor der Corona-Krise kamen sie, ihr Mann und ihre drei Kinder dank ihrem Einkommen als Coiffeuse knapp über die Runden. Doch dann musste sie aufgrund der Corona-Pandemie ihren Salon von einem Tag auf den anderen schliessen und stand plötzlich ohne Einnahmen da. «Eine Zeit lang konnten wir von meinem Ersparten leben. Doch das Geld war aufgebraucht, bevor die Erwerbsersatzentschädigung ausbezahlt wurde.» Geplagt von quälender Ungewissheit und Existenzängsten wendete sich Susanne Moser an die Caritas Luzern.


«Für die Hilfe der Caritas Luzern bin ich sehr dankbar»

«Nach einem kurzen Beratungsgespräch am Telefon erhielt ich das Antragsformular und nur wenige Tage später bereits den positiven Bescheid». Die Sozial- und Schuldenberatung der Caritas Luzern hat in den letzten Monaten Hunderte von Menschen wie Susanne Moser unterstützt, die bereits vorher mit einem engen Budget leben mussten und aufgrund der Corona-Krise in eine akute Notlage geraten sind. Die Überbrückungshilfe umfasst Beratungen, Lebensmittelgutscheine und einmalige Finanzhilfen. Für Susanne Moser und ihre Familie war sie ein Lichtblick in dieser schwierigen Zeit. «Mit dem Notbatzen konnte ich meinen Kühlschrank füllen und die wichtigsten Rechnungen bezahlen, bis ich meinen Salon wieder öffnen durfte. Für diese Hilfe bin ich sehr dankbar.»


Über 300’000 Franken für mehr als 600 Betroffene

Heidi Ragonesi kennt viele solche Geschichten. Die 60-jährige Sozialarbeiterin arbeitet seit über 20 Jahren bei der Sozial- und Schuldenberatung der Caritas Luzern. «Viele Betroffene der Corona-Krise versuchen zuerst, sich aus eigener Kraft durchzuschlagen und setzten dafür ihre letzten Ersparnisse ein. Weil sie sich schämen, melden sie sich erst bei uns, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.» Die Zahl der Beratungsgespräche und der eingegangenen Unterstützungsgesuche bei der Sozial- und Schuldenberatung hat sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vervielfacht. Vor allem Kleingewerbler, Alleinerziehende, Arbeitnehmende aus dem Gastgewerbe und Leute, die temporär arbeiten, melden sich. Bis Ende Oktober konnten mittels Soforthilfe 631 Personen mit einem Gesamtbetrag von 352’647 Franken unterstützt werden.


«Die Schwächsten unserer Gesellschaft dürfen nicht vergessen gehen»

Die aktuelle Entwicklung lässt keinen Zweifel daran, dass diese Form von Unterstützung auch weiterhin notwendig sein wird, damit nicht immer mehr Menschen in die Armut gedrängt werden. Doch für die längerfristige Abfederung der Konsequenzen sind andere Massnahmen nötig. Die Caritas Luzern appellierte deshalb bereits ans Kantonsparlament und forderte die Verdoppelung der Prämienverbilligung und bei Kurzarbeit eine hundertprozentige Lohnfortzahlung für Beschäftigte im Niedriglohnbereich. Heidi Ragonesi bedauert sehr, dass sämtliche Vorstösse in diese Richtung abgelehnt wurden. «Die Schwächsten unserer Gesellschaft dürfen in dieser Krise nicht vergessen gehen. Tagtäglich kommen Menschen zu uns, die einfach nicht mehr weiterwissen. Wir werden für sie einstehen und sie nicht alleine lassen.»


Helfen Sie mit

Die Lage ist für viele Menschen, die bereits vor der Corona-Krise am Existenzminimum lebten, dramatisch. Das Team unserer Sozial- und Schuldenberatung hilft den Betroffenen während dieser Ausnahmesituation über die Runden zu kommen – mit einmaligen Finanzhilfen, Lebensmittelgutscheinen, einer Budgetberatung und weiteren Sofortmassnahmen. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten können, sind wir dringend auf Ihre Spenden angewiesen. Setzen Sie ein solidarisches Zeichen für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

* Name zum Schutz der Person geändert.