Deutlich mehr Kinder in der Schweiz von Armut betroffen

29.01.2020
Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Es gibt keine Entspannung bei der Armut. In der Schweiz sind 7,9 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen. Das entspricht 660'000 Personen. Mehr als 50'000 Betroffene leben in der Zentralschweiz. Besonders beunruhigend ist der sprunghafte Anstieg der Kinderarmut.

Die Zahl der Armutsbetroffenen steigt in der Schweiz seit 2014 an. Im Jahr 2017 wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Trotz Wirtschaftswachstum und rekordtiefer Arbeitslosigkeit im Jahr 2018 ist es nicht gelungen, die Armut zu reduzieren.

660'000 Personen waren letztes Jahr von Einkommensarmut betroffen, davon 144'000 Kinder. Die Armutsquote von Kindern ist damit sprunghaft angestiegen, von 6,9 Prozent im Vorjahr auf neu 9,6 Prozent. Wir finden, dass wir das nicht tolerieren dürfen. Es muss uns endlich gelingen, Kinderarmut zu überwinden.

Unverändert haben Alleinlebende, Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern und Personen ohne nachobligatorische Bildung das grösste Armutsrisiko. 133'000 erwachsene Personen waren 2018 von Einkommensarmut betroffen, obwohl sie erwerbstätig waren. Viele von ihnen erhalten Löhne, die nicht existenzsichernd sind.