«Ich komme meinem Traum jeden Tag einen Schritt näher» – Attestausbildung im Restaurant Brünig

04.02.2019
Der 21-jährige Lorenzo absolviert zurzeit seine Attestausbildung als Restaurationsangestellter im Restaurant Brünig der Caritas Luzern. Er ist dankbar für diese Chance und schmiedet bereits grosse Pläne für seine Zukunft.

«Ich wurde ins kalte Wasser geworfen.» Lorenzo erinnert sich noch genau an seinen ersten Arbeitstag im Restaurant Brünig im Herbst 2018. «Mein erster Arbeitstag fiel ja mit der Eröffnung des Restaurants zusammen. Da war natürlich viel los. Da alle Mitarbeitenden neu anfingen, war es am Anfang etwas chaotisch.»

Quartierbeiz mit Job-Perspektiven

Attestausbildung-Restaurant-Bruenig-Caritas-Luzern

Jetzt, knapp vier Monate nach der Eröffnung, ist davon nichts mehr zu spüren. Die Mitarbeitenden sind gut instruiert und das Team eingespielt. Die zahlreichen Gäste – über den Mittag ist das Restaurant regelmässig bis auf den letzten Platz besetzt – fühlen sich wohl und freuen sich über die freundliche Atmosphäre und die zuvorkommende und kompetente Bedienung.
 
Das «Brünig» ist jedoch mehr als ein Quartier-Restaurant. Es ist ein Integrationsprojekt der Caritas Luzern. Im professionell geführten Betrieb arbeiten nicht nur Fachleute, sondern auch Jugendliche, die wegen schulischer Schwierigkeiten geringe Chancen auf dem Lehrstellenmarkt haben. Im «Brünig» können pro Jahr vier Jugendliche eine Ausbildung als Küchen- bzw. Restaurationsangestellte/r mit einem eidgenössisch anerkannten Berufsattest absolvieren. Dabei werden sie intensiv von Fachkräften mit agogischer Ausbildung begleitet und geschult. Neben den Fachleuten und den Lernenden arbeiten jährlich bis zu 20 Stellensuchende aus den verschiedenen Arbeitsintegrationsprogrammen der Caritas Luzern im Restaurant Brünig.


Gute berufliche Aussichten dank Attestausbildung

Attestausbildung-Restaurant-Bruenig-Caritas-Luzern

Bevor Lorenzo zum Restaurant Brünig kam, absolvierte er eine Attestausbildung als Hotellerieangestellter. Schon während der Ausbildung wurde ihm klar, dass er in diesem Bereich keine berufliche Zukunft für sich sah. «Trotzdem war es mir wichtig, die erste Berufsausbildung abzuschliessen.» Während der folgenden Temporäranstellung verspürte er immer mehr den Wunsch, noch einmal durchzustarten.
 
Als er erfuhr, dass die Caritas Luzern Attestausbildungen in der Restauration anbietet, witterte er seine Chance – und erhielt prompt die Zusage für eine Lehrstelle. Dafür ist er sehr dankbar. «Schon während der Hotellerie-Ausbildung interessierte mich vor allem der Service. Mir gefällt der direkte Kontakt mit den Gästen und ich habe Freude daran, wenn ich ihnen einen guten Service bieten kann und sie das Restaurant zufrieden verlassen.»


Individuelle Talente fördern

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Während der zweijährigen Attestausbildung besucht Lorenzo an einem Tag pro Woche die Berufsschule. Es ist nicht immer einfach für ihn, Schule und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Er versucht zwar, jeden Abend nach der Arbeit noch etwas zu lernen, aber manchmal ist die Erschöpfung zu gross. «Wenn ich den Kopf zu voll habe, kann ich nicht gut schlafen. Darum lerne ich manchmal auch morgens vor der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg im Zug.»
 
Sein Lehrmeister René Küng ist sehr zufrieden mit seiner bisherigen Leistung – sowohl bei der Arbeit als auch in der Schule. Er zweifelt keinen Moment daran, dass Lorenzo seine Ausbildung erfolgreich meistern wird. «Lorenzo ist aufmerksam, zuvorkommend und motiviert und hat in kürzester Zeit grosse Fortschritte gemacht.» Für René Küng ist es wichtig, jedem eine Chance zu geben und die individuellen Talente der einzelnen Lernenden zu fördern.


Schritt für Schritt dem Traum entgegen

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Lorenzo schliesst seine Ausbildung erst im Sommer 2020 ab, doch er weiss jetzt schon genau, wie es danach weitergehen soll. Er möchte das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) nachholen und anschliessend eine Weiterbildung zum Chef de Service absolvieren.

Doch das alles sind nur Zwischenschritte auf dem Weg zur Erfüllung seines Traumes. «Ich möchte mein eigenes Restaurant führen. Ich bin nicht der Typ, der 40 Jahre lang als Angestellter in einem Betrieb arbeitet. Ich möchte mein eigener Chef sein. Und vor allem möchte ich meinen Kindern später etwas bieten können.»
 
Lorenzo ist sich bewusst, dass es kein einfacher Weg sein wird. Doch er arbeitet motiviert weiter an seinem Traum. «Ich behalte das Ziel immer vor Augen und kommen meinem Traum jeden Tag einen Schritt näher.»