«Kultur ist für mich Seelennahrung» – 10 Jahre KulturLegi Zentralschweiz

11.04.2019
Die KulturLegi macht Kultur­-, Bildungs­- und Sportangebote für Menschen an der Armutsgrenze erschwinglich. Dieses Jahr feiert die KulturLegi Zentralschweiz ihr 10-jähriges Bestehen. Für die Leiterin Ursula Meyer ist dies noch lange kein Grund sich auszuruhen.

Wenn ein kurzfristiges Angebot ins Haus flattert, lässt Ursula Meyer, Leiterin der KulturLegi Zentralschweiz, schon einmal alles andere stehen und liegen, um die Nutzenden der KulturLegi so schnell wie möglich darüber zu informieren. Denn diese Angebote sind Lichtblicke im oft schwierigen Alltag von Menschen mit kleinem Budget. Vor allem Alleinerziehenden und Familien mit Kindern fehlt oft das Geld, um am gesellschaftlichen Leben und an kulturellen Anlässen teilzunehmen. Für sie kann Alltägliches unerschwinglich sein.

Volles Programm trotz kleinem Budget

Die Vision der Caritas ist eine Schweiz, in der alle Menschen am sozialen, kulturellen und sportlichen Leben teilhaben können. Die KulturLegi Zentralschweiz leistet dazu seit zehn Jahren einen wichtigen Beitrag. Schweizweit nutzen zurzeit rund 96 000 Menschen die KulturLegi. Allein in der Zentralschweiz sind es über 7500 Nutzende, denen 375 verschiedene Angebote zur Verfügung stehen.
 
Mit der roten Karte können Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben, wie Sozialhilfebezüger/innen, Rentner/innen oder Studierende mit Stipendien, vergünstigt ins Museum, in einen Tanzkurs oder eine Weiterbildung besuchen. Die breite Angebotspalette reicht von Konzerten und Theateraufführungen über Fitnessabos, Yogakurse und Sportlager bis hin zu Sprachkursen, Musikunterricht und Gutscheinen für einen Restaurantbesuch.

Höhere Lebensqualität dank der KulturLegi

Die Freude der Nutzenden, die Ursula Meyer immer wieder spürt, bedeutet für sie eine grosse Motivation. Oft erhält sie persönliche Briefe, in denen Menschen ihr dafür danken, dass sie durch die KulturLegi eine höhere Lebensqualität geschenkt bekommen haben.
 
Eine Nutzerin formuliert es so: «Wenn ich Kultur ganz aus meinem Budget streichen müsste, würde ich verkümmern. Kultur ist für mich Seelennahrung.» Eine andere Nutzerin erzählt, dass sie früher mit ihren Kindern oft betrübt an Museen oder Zirkuszelten vorbeigegangen sei. Dass ihre Kinder nun dank der KulturLegi Zugang zur Kultur erhalten, findet sie besonders wichtig: «Sie sollen nicht das Gefühl haben, ausgeschlossen zu sein, nur weil wir weniger Geld haben.»

10 Jahre KulturLegi Zentralschweiz

Im Rahmen des 10-Jahr-Jubiläums der KulturLegi Zentralschweiz arbeitet Ursula Meyer mit den anderen regionalen Caritas-Organisationen daran, die Bekanntheit der KulturLegi zu steigern und grosse nationale Partner wie die SBB zu gewinnen. «Die Mobilität innerhalb der Gesellschaft ist sehr wichtig für die Integration in den Arbeitsmarkt und den Zugang zu Bildungs- und Freizeiteinrichtungen», erklärt Ursula Meyer. «Es gibt noch viel zu tun. Wir bleiben auf jeden Fall dran.»