Caritas-Sonntag 2019 für arme Familien in der Schweiz

Der Caritas Sonntag 2019 findet am 26. und 27. Januar statt. An diesem Wochenende wird die Kollekte gemäss dem Kollektenplan des Bistums Basel jeweils für die regionale Caritas-Organisation erhoben.

Im Jahr 2019 werden wir Spenden für arme Familien in der Schweiz sammeln. Denn in der Schweiz leben mehr Menschen in Armut, als man denkt und als offizielle Statistiken ausweisen. Einer der Gründe dafür ist die Furcht vor Stigmatisierung.

Hintergrundinformationen und Liturgiebausteine

Die Liturgiebausteine, wichtige Hintergrundinformationen zum Thema «Versteckte Armut in der Schweiz» und das offizielle Plakat des Caritas-Sonntags stellen wir Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

Ausmass der Armut wird unterschätzt

Wenn Menschen in der Schweiz über zu wenige finanzielle Ressourcen zur Bewältigung des Alltages verfügen, können sie Sozialhilfe beanspruchen. Laut aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik machen 273‘273 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Von dieser Zahl sind aber jene ausgenommen, die unterhalb des Existenzminimums leben, die sich jedoch – aus welchen Gründen auch immer – gegen einen Gang zum Sozialamt entscheiden. Diese Menschen erscheinen in keiner offiziellen Statistik und bilden den Kreis der Menschen, die in verdeckter Armut leben.

Angst vor Stigmatisierung als Hauptgrund

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt es vier Erklärungen dafür:

  • Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung,
  • administrative Fehlentscheide oder die abschreckende Wirkung der komplexen Antragsverfahren,
  • das Ausmass und die angenommene Dauer der finanziellen Not sowie
  • fehlende Informationen.

Öffentliche Debatte hat Einfluss

Die Angst vor gesellschaftlicher Blossstellung und die damit verbundene Scham gewinnt zunehmend an Bedeutung. Grund dafür scheint die Verschärfung des öffentlichen Diskurses um den Bezug von Sozialhilfe im Zuge neo-liberaler Bewegungen zu sein, wie in vielen Ländern Westeuropas zu beobachten ist. Auch in der Schweiz finden sich Hinweise darauf, dass die öffentliche Debatte einen Einfluss auf den Bezug von Sozialleistungen hat.
 

Caritas Luzern engagiert sich für Armutsbetroffene

Caritas Luzern unterstützt Menschen mit wenig Geld auf verschiedene Weise, vier Beispiele:
 
  • Caritas Luzern ist Anwältin für Armutsbetroffene: Caritas Luzern sensibilisiert auf vielfältige Weise die Bevölkerung und die Politik, damit die armutsbetroffenen Menschen nicht vergessen gehen.
  • Sozial- und Schuldenberatung: In der Sozial- und Schuldenberatung begleitet Caritas Luzern Menschen und Familien, die armutsbetroffen oder armutsgefährdet sind beziehungsweise Personen mit Schulden.
  • Zugang zu Bildung mit der KulturLegi: Mit der KulturLegi ermöglicht Caritas Luzern Personen mit wenig Geld Zugang zu stark vergünstigten Bildungs-, Kultur- und Sportangeboten.
  • Caritas-Markt: In den Caritas-Märkten können Menschen mit wenig Geld Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu Tiefstpreisen beziehen. Das Sortiment umfasst von Grundnahrungsmitteln über Frischprodukte bis hin zu Hygieneartikeln alle wichtigen Produkte des täglichen Bedarfs.